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Erster Smog-Alarm der höchsten Stufe im Ruhrgebiet am 18.01.1985

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Marcus
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Jan 2019 18 12:01

Erster Smog-Alarm der höchsten Stufe im Ruhrgebiet am 18.01.1985

Vor genau 34 Jahren gab es den ersten Smog-Alarm der höchsten Stufe im Ruhrgebiet.
Das hieß Ausnahmezustand.
Die Folge war, dass in vielen Teilen des Ruhrgebiets keine Autos mehr fahren durften und die Schwerindustrie ihre Produktion einstellen musste.
Ich kann mich auch noch sehr gut daran erinnern.
Mein Mofa musste ich stehen lassen und mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren.
War bei der dicken Luft, den eisigen Temperaturen und dem Schnee besonders toll.

Hier ein Bericht der WAZ dazu.





Schon 1973 entstand der Fernsehfilm "Smog", der im Ruhrgebiet spielt und das Szenario von Anfang 1985 vorweg nimmt.
Da er wie eine Dokumentation gemacht ist, hielten damals viele das Szenario für real und riefen während der Ausstrahlung besorgt beim Fernsehsender WDR an:

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Arvika73
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Jun 2020 26 11:43

Re: Erster Smog-Alarm der höchsten Stufe im Ruhrgebiet am 18.01.1985

Die Erinnerung ist lebendig, als ob es gestern gewesen wäre. Die Luft wurde über Tage immer dicker und grauer,es roch nach Kohleofen und Autoabgasen - und dazu lag eine ordentliche Kälte über dem Revier.

Zuerst gab es einen Aufruf, unnötige Autofahrten zu vermeiden, weil bei der Inversionswetterlage (warme Luft liegt wie eine Decke über der kalten, hindert diese am Abfließen und so sammeln sich dann unten die Schadstoffe an) die Grenzwerte für eine SMOG-Warnung erreicht werden könnten.
So weit nichts neues, es war nicht der erste SMOG-Alarm, den wir erlebten. Der Alarm wurde dann auch recht schnell ausgerufen. Anfangs nur Stufe 1, mit relativ geringen Beschränkungen. Für uns als Kinder war das noch irgendwie cool, diese tollen Klappschilder mit der Aufschrift SMOG kannte man doch woanders gar nicht, das war etwas, was uns mit der Weltstadt London verband.
Aus London stammten auch die Filmberichte, die man uns zu dem Thema in der Schule zeigte - und so eine dicke Suppe hatten sicher nicht mal unsere Väter in den 60ern gesehen, als man im Pott nur schwarze Wäsche draußen trocknen konnte.

Am nächsten Tag wurde es schon ein wenig mulmig, als man aus dem westlichen Revier hörte, die Stufe 2 wäre ausgerufen worden und die drohe auch bei uns in Dortmund. U-Bahnen und Busse wurden im Takt verdichtet, man sah Absperrungen am Straßenrand und recht viel Polizei unterwegs.
Und tatsächlich, wir haben Stufe 2 bekommen in Dortmund. Klar, dass man dann in Essen Stufe 3 erreichen musste, der Raum Essen - Mülheim - Oberhausen - Duisburg war ja immer stärker von Luftverschmutzung betroffen, denn Dortmund lauft zu fast allen Seiten ländlich aus.

Empfindlichere Menschen hatten schon bei Stufe 2 mit den Atemwegen Probleme. Der Schnee wurde erst grau (na ja, fast normal...), dann dunkelgrau und schließlich an einigen Stellen tatsächlich schwarz. In den Fernsehberichten aus Duisburg kam noch ein rostroter Touch dazu.
Aber am schockierendsten waren die TV-Bilder aus Essen. Dort konnte man teilweise die andere Straßenseite nicht mehr deutlich erkennen.

Wenn man dieses Ereignisse rekapituliert, dann ist das immense Anwachsen der Umweltbewegung in den 80er Jahren kein Wunder...
Hätten wir damals nur ein Feinstaubproblem gehabt, dann hätte niemand von Umweltschutz gesprochen. Schwefeldioxid, Benzol, Blei im Benzin, Dünnsäureverklappung, Sandoz, Ozonloch, Waldsterben - in den 80ern bekamen wir die Folgen unseres Handelns deutlicher zu spüren als je zuvor (und die Folgen der Aktivitäten unserer östlichen Nachbarn, was sich später als ein ganz wesentlciher Faktor der Problematik im Westen herausstellen sollte).
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Wir hatten zwar Tschernobyl, Punks und Heino -
aber wir hatten die geilste Zeit überhaupt!

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