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Kernkraftwerk Kalkar, Fertigstellung 1985; Anti-Atomkraft-Bewegung

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Karim Marouf
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Feb 2019 17 14:39

Kernkraftwerk Kalkar, Fertigstellung 1985; Anti-Atomkraft-Bewegung

Die kontroverse Diskussion um die Atomkraft im Allgemeinen und speziell um das Projekt "Schneller Brüter" in Kalkar erreichte in den Achtzigern einen Höhepunkt. Sehr oft wurde in den Nachrichten über die Anti-Atomkraft-Bewegung damals berichtet, auch im Zusammenhang mit diesem "Schneller-Brüter-Projekt" im niederrheinischen Kalkar. Die Atom- Zwischenfälle in Three Miles Island (USA) 1979 und vor allem in Tschernobyl 1986 ließen den "Schnellen Brüter" immer zweifelhafter aussehen. Die Proteste radikalisierten sich Anfang der Achtziger zunehmend.

Baustelle des "Schnellen Brüters" in Kalkar, September 1977
Bild
Bild: Smial - Selbst fotografiert, CC BY-SA 2.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7428115

Baustelle, Juli 1981
Bild
Bild: Von Hans van Dijk / Anefo - http://proxy.handle.net/10648/ad8a9f8e- ... 3048976d84, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.p ... d=66715586

KKW Kalkar, September 1985
Bild
Bild: Rob Bogaerts / Anefo - http://proxy.handle.net/10648/ad4a21e8- ... 3048976d84, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.p ... d=66509395

Freizeitpark Kernwasser Wunderland (2004), ehem. Schneller Brüter Kalkar
Bild
Bild: Von © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.p ... d=11498055

Anti-AKW-Demo 1979 in Kalkar
Bild
Bild: Koen Suyk / Anefo - http://proxy.handle.net/10648/accb417a- ... 3048976d84, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.p ... d=65688789

"Anti-Atom-Dorf" vor dem AKW, 1981
Bild
Bild: Hans van Dijk / Anefo - http://proxy.handle.net/10648/ad8aa1d2- ... 3048976d84, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.p ... d=66715629

Der Kühlturm als Kletterwand
Bild
Bild: Koetjuh - Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4271882

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Das ehemalige Kernkraftwerk Kalkar (auch bekannt als SNR-300 für Schneller Natriumgekühlter Reaktor) in Kalkar am Niederrhein wurde 1985 fertiggestellt, ging aber nie in Betrieb. Wegen sicherheitstechnischer und politischer Bedenken wurde das Projekt 1991 eingestellt. Durch die gewaltigen Kosten beim Bau und bei der anschließenden Bereithaltung für einen eventuellen späteren Betrieb wurde das Kraftwerk eine der größten Investitionsruinen Deutschlands.

Vorgeschichte

Der erste „schnelle“ Reaktor (gemeint ist die Geschwindigkeit der Neutronen) wurde 1946 in den USA als Neutronenquelle für die Forschung gebaut und trug den Namen Clementine. Es handelte sich dabei um eine Reaktortechnik, die sich grundlegend von den bis dahin gebauten graphitmoderierten Reaktoren unterschied. Ein Brutreaktor kann nicht nur ebenso wie diese das vergleichsweise seltene Uranisotop 235U verwenden, sondern auch das viel häufigere 238U in spaltbares Plutonium umwandeln, wobei er mehr Plutonium erbrütet als er 235U verbraucht.

Der erste in industriellem Maßstab arbeitende Brutreaktor ging 1973 in Aqtau (damals Schewtschenko), UdSSR, in Betrieb. Das Kernkraftwerk Aqtau hatte einen Reaktor vom Typ BN-350, der 150 MW elektrischen Strom und 200 MW Prozesswärme zum Entsalzen von Meerwasser aus dem Kaspisee lieferte. Das erzeugte Plutonium wurde für das Atomwaffenprogramm der Sowjetunion und in anderen Atomkraftwerken verwendet.

Da die Uranvorräte im damaligen Westdeutschland begrenzt waren (in Ostdeutschland befand sich das drittgrößte Abbaugebiet der Welt), erhofften sich die Befürworter der Atomenergie, allen voran Wolf Häfele, mit dem Bau eines Brutreaktors eine erheblich effizientere Ausnutzung dieser Vorräte, so dass Deutschland auf absehbare Zeit von Energieimporten für die Stromerzeugung unabhängig werden könnte. Der erste deutsche Brutreaktor KNK-I wurde in den Jahren 1971 bis 1974 in Karlsruhe gebaut und 1977 zu einem schnellen Brüter mit der Bezeichnung KNK-II umgerüstet. Im Herbst 1972 wurde auf Veranlassung von Heinrich Mandel die belgisch-deutsch-niederländische Schnell-Brüter-Kernkraftwerksgesellschaft mbH in Essen gegründet. Diese Gesellschaft beauftragte die Siemens-Tochter Interatom mit dem Bau des schnellen Brüters in Kalkar. Die Baukosten wurden bei einer Leistung von 300 MW auf 1,8 Milliarden DM geschätzt, das Gelände sollte rund 17.000 Quadratmeter umfassen.

Genehmigung und Bau


Der zuerst von RWE geplante Standort Weisweiler bei Aachen, neben dem dortigen Braunkohlekraftwerk, musste nach Einspruch der Bundesregierung 1971 aufgegeben werden: Wegen der hohen Bevölkerungsdichte im Aachener Raum erschien ein Brüter dort zu riskant, und RWE musste auf die dünner besiedelte Gegend bei Kalkar ausweichen. Schon bald kam Kritik am Kraftwerksbau auf. Am 20. März 1972 begann die öffentliche Anhörung im Rahmen des Genehmigungsverfahrens. Kritische Fragen stellte unter anderem der SPD-Bundestagsabgeordnete Helmut Esters. Fachliche Einwände kamen von den Physikern Karl Bechert und Hannes Alfvén sowie dem Weltbund zum Schutze des Lebens. Die Grundsteinlegung erfolgte am 25. April 1973. 1974 fand in Kalkar eine Demonstration mit mehreren tausend Teilnehmern, überwiegend aus den Niederlanden, statt. 1976 wurde Klaus Traube, Chef der Interatom mit 20-jähriger Karriere in der Atomindustrie, wegen Verdachts auf Informationsweitergabe an Atomkraftgegner und Sympathien für die RAF nach einer illegalen Abhöraktion des Verfassungsschutzes entlassen und trat in offene Opposition zu dem Projekt und der Atomenergienutzung allgemein.

Am 24. September 1977 gab es in Kalkar eine Großdemonstration, bei der 40.000 Menschen gegen die Fertigstellung des Werks protestierten. Das hierzu beorderte Polizeiaufgebot gilt als das größte in der Geschichte der Bundesrepublik.

Angesichts der Havarie des Kernkraftwerks Three Mile Island bei Harrisburg in den USA im Jahre 1979, bei der der Reaktorkern teilweise schmolz, und der an Bedeutung gewinnenden Anti-Atomkraft-Bewegung wurden immer mehr Bedenken geäußert. So sagte der spätere Umweltminister des Saarlandes, Jo Leinen (SPD), dass man die Technologie irgendwann aus Rentabilitätsgründen auch exportieren müsse. Da man mit Plutonium, im Gegensatz zu dem schwach angereicherten Uran der herkömmlichen Reaktoren, auch Atombomben herstellen kann, würde man so Ländern den Zugang zu Atombomben verschaffen, die diesen bislang nicht hätten.

Neben diesem Einwand gab es aber vor allem Sicherheitsbedenken. Ein Reaktor dieses Typs sei schlechter beherrschbar und berge hierdurch mehr Gefahren. Insbesondere könne ein nukleares Durchgehen, der Bethe-Tait-Störfall, nicht ausgeschlossen werden. Zudem verwendete man zur Kühlung flüssiges Natrium, das chemisch sehr aggressiv ist und mit Wasser heftig reagiert.

Die Gegner des Projekts erhoben Verfassungsbeschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht. Die Enquête-Kommission des Bundestags erwirkte eine vierjährige Unterbrechung des Baus. Durch verschärfte Sicherheitsauflagen sollten die Bedenken ausgeräumt werden. Hierdurch wurde das Projekt allerdings auch immer teurer. 1969 sollte der Reaktor noch zum Festpreis von 500 Mio. Mark (heute ca. 900 Millionen Euro) gebaut werden, bis 1972 war der Preis bereits auf 1,7 Milliarden Mark gestiegen. Nun kostete er insgesamt 7 Milliarden Mark, also mehr als das Vierfache des Preises von 1972, und sogar das Vierzehnfache des ursprünglichen Preises von 1969. 1978 schwenkte die Landesregierung Nordrhein-Westfalens, zu dieser Zeit getragen von einer Koalition aus SPD und FDP, auf einen Anti-Kernkraft-Kurs um. Man hielt die energiepolitischen Gründe für einen Einstieg in die Plutoniumwirtschaft nicht für ausreichend. In der Folge wurde die Teilerrichtungsgenehmigung durch den Wirtschaftsminister Horst Ludwig Riemer (FDP) blockiert. Dies löste eine Krise aus.

Die Proteste radikalisierten sich zu Beginn der 1980er-Jahre zunehmend.

Fertigstellung, Nichtinbetriebnahme und endgültiges Aus

Letztendlich wurde der Bau 1985 fertiggestellt. Das flüssige Natrium zirkulierte nun im Kühlkreislauf und musste mit elektrischen Heizelementen warm gehalten werden, um nicht zu erstarren. Der Reaktor war nun prinzipiell einsatzbereit und es fielen damit nun pro Jahr 105 Millionen DM Betriebskosten an (heute ca. 96 Millionen Euro).

Entgegen dem Wunsch der damaligen Bundesregierung (einer Koalition aus CDU/CSU und FDP) verweigerte das Land Nordrhein-Westfalen allerdings die Betriebsgenehmigung. Nach Atomrecht hätte die Bundesregierung zwar die Genehmigung per Weisung erzwingen können, sie wollte aber nicht die alleinige Verantwortung für das sicherheitstechnisch kontrovers diskutierte SNR-Projekt übernehmen. Der für die Baugenehmigungen zuständige NRW-Sozial- und Arbeitsminister Friedhelm Farthmann (SPD) hielt die Inbetriebnahme für nicht vertretbar, da die Risiken nicht kalkulierbar seien und die vormaligen Errichtungsgenehmigungen auch nur unter Vorbehalt erteilt worden waren. Die Brennelemente durften daher nicht in den Reaktorkern gebracht werden.

Nach der Wahl schied Farthmann aus der Regierung aus, damit fiel die Zuständigkeit für Genehmigungen an Reimut Jochimsen (SPD) vom Wirtschaftsministerium. Man blieb aber bei dem zuvor eingeschlagenen Kurs, die Reaktorinbetriebnahme auch gegen den Wunsch der damaligen christlich-liberalen Bundesregierung zu behindern. Dafür wurden die dem Land zur Verfügung stehenden Mittel genutzt: Jochimsen unterzog die Anträge langwierigen Prüfungen, die formal korrekt waren, aber nach Meinung von SNR-Befürwortern das ganze Verfahren so lange verschleppten, bis das endgültige Aus für den Reaktor mehr oder weniger unabwendbar war.

Auch die Stromversorger waren immer weniger an einer Inbetriebnahme interessiert, da der Energieverbrauch in Westdeutschland langsamer gestiegen war als ursprünglich erwartet. Zusätzlich waren die verfügbaren Uranvorräte ebenfalls größer als erwartet, damit gab es also keinen zwingenden Grund mehr, den Atommeiler schnell ans Netz zu bringen. Zuletzt schlug im Jahr 1986 infolge der Katastrophe von Tschernobyl die Stimmung endgültig gegen den Reaktor um.

Da es im Fall einer Inbetriebnahme zur radioaktiven Kontamination von Anlageteilen kommen würde, die im Fall einer vorzeitigen Außerbetriebnahme wie beim Hochtemperaturreaktor in Hamm zu hohen Rückbaukosten führen und eine Weiternutzung des Gebäudes ausschließen würde, verkündete Bundesforschungsminister Heinz Riesenhuber (CDU) am 21. März 1991 das endgültige Aus für das Kraftwerk. Damit wurde das Megaprojekt endgültig zu einer der größten Investitionsruinen Deutschlands.
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Abbau der Anlage

Ein Abriss des Gebäudes hätte 75 Millionen Euro gekostet, was aus ökonomischen Gründen nicht in Frage kam. Man begann mit dem langsamen Verkauf der neuen und niemals genutzten Geräte und Maschinen.

Der von Nukem und Alkem gelieferte erste Reaktorkern, der nie benutzt wurde, befand sich bis 2005 in staatlicher Verwahrung in Hanau. Eigentümer des Kerns war die RWE Power AG, die jedoch keine Lizenz für den Umgang mit dem auf etwa 35 % Plutoniumanteil angereicherten Brennstoff hatte. Das Plutonium wurde in der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague in Frankreich in sogenannte MOX-Brennelemente integriert, die in herkömmlichen Kernkraftwerken benutzt werden dürfen.

Nachnutzung des Gebäudes

Das Gebäude selbst wurde per Zeitungsannonce angeboten. Letztendlich kaufte der niederländische Investor Hennie van der Most das Gelände und wandelte es in den Vergnügungspark Wunderland Kalkar (bis Anfang 2005 Kernwasser Wunderland genannt) um. Es gibt dort ein All-Inclusive-Hotel mit 1000 Betten und Tagungsräume. Der Kaufpreis des Geländes samt Gebäude soll unsicheren Angaben zufolge 2,5 Millionen Euro betragen haben – ein verschwindend geringer Anteil des verbauten Sachwerts. Derzeit werden die Eisenteile des Kraftwerks ausgebaut und verwertet. Der Freizeitpark soll weiter expandieren. Eine Besichtigung des Hauptgebäudes ist seit 2003 aufgrund der Verwertung nicht mehr möglich.
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Quelle: Wiki
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Re: Kernkraftwerk Kalkar, Fertigstellung 1985; Anti-Atomkraft-Bewegung

Ich war vor 2 Jahren an der Anlage. Es ist ein toller Freizeitpark geworden. Auch der Niederrhein ist immer eine Reise wert.
Wenn man mal genauer hinschaut kann man noch die alten Sperranlagen sehen (Wassergräben, ähnlich wie in Wackersdorf).
So eine Anlage mit flüssigen Natrium kühlen, nach den Erfahrungen von Tschernobyl (und nun auch Fokushima) wäre das echt der Hammer. Natürlich kann ich die Beweggründe von Regierung und Betreiber verstehen, die Uranvorräte waren damals begrenzt (Bombenproduktion hatte Vorrang) und es mussten Alternativen gefunden werden. Aber Preis, wäre ein sehr hoher gewesen...
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Re: Kernkraftwerk Kalkar, Fertigstellung 1985; Anti-Atomkraft-Bewegung

Ich war in den 90ern in dem Atomkraftwerk noch bevor es ein Freizeitpark war.
Da war noch alles erhalten und betriebsbereit.
Das hätte man erhalten sollen und in den Freizeitpark integrieren können.
Die Technik und vor allem die Leitwarte waren beeindruckend.
Auch konnte man das Innere des Reaktors besichtigen, der ja nicht verstrahlt war.
Das kann man bei keinem anderen Atomkraftwerk.
Für den Freizeitpark hätte man vielleicht einen beinahe Atomunfall in der Leitwarte simulieren können.
Ohne Vorankündigung während der Besichtigung des Atomkraftwerks.

Das Gebäude war groß mit vielen verschlungenen Gängen, mit Rohrleitungen und Maschinen.
Dort hätte man ein Escape Room Game (entkommen bevor der Kernreaktor explodiert) machen können, oder es als Kulisse für ein Laser Shooting nutzen können.
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Jun 2020 20 19:39

Re: Kernkraftwerk Kalkar, Fertigstellung 1985; Anti-Atomkraft-Bewegung

Eine gute Idee wäre das gewesen, Marcus.
Zumal Kalkar ja noch nicht kritisch war - alles unbedenklich.
Vor 3 Jahren war ich "zu Besuch" in einem (aktiven) Süddeutschen AKW. Die Sicherheitsvorkehrungen waren der Hammer.
Und überall reinschauen durfte man sowieso nicht.
Das alles wäre bei Kalkar möglich gewesen. Ohne jegliche Gefährdung.
Aber so war es in den 90ern. Alles beseitigen. Braucht keiner Mehr. Beispiele gibt es viele.
Und der Bund war froh einen "Investor" überhaupt gefunden zu haben....
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Jun 2020 20 19:50

Re: Kernkraftwerk Kalkar, Fertigstellung 1985; Anti-Atomkraft-Bewegung

Der Investor hat mit dem Kauf ein gutes Geschäft gemacht!
Er hat die ganze neuwertige Technik und das Metall, was überwiegend hochwertiges Edelstahl war, verkauft.
Und man munkelt, dass er dafür wesentlich mehr Geld bekommen hat, als er für den Kauf investiert hat.
Deshalb hatte er kein Interesse daran das zu erhalten.
Dafür steht heute mitten im Freizeitpark eine hässliche Ruine, die für nichts mehr zu gebrauchen ist.
Um das ganze Material herauszubekommen mussten große Löcher in die dicken Betonwände geschnitten werden.

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Jun 2020 20 20:00

Re: Kernkraftwerk Kalkar, Fertigstellung 1985; Anti-Atomkraft-Bewegung

Im Stern oder Spiegel war Anfang der 90er ein Bericht, dass der Bund verzweifelt Käufer für das Inventar gesucht hat.
Ein Bild von Leitwarte war da drin und dazu die sündhaft teuren Anzeige und Diagnose-Gerätschaften (alles abgedeckt)
Stand damals war, dass es keiner kaufen wollte und sie suchten schon jahrelang.
mit einem Bild vom einem Ingenieur drin, der das sagen dort hatte und dass ihm die Tränen in den Augen stehen bei der Vorstellung, dass das hier alles langsam vor sich hin rottet.

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